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3. Karriereplanung

3.

Karriereplanung

admin

"Karriere" - ein positiv besetztes Wort um zu beschreiben: Seine selbst gesetzten beruflichen Ziele unter Berücksichtigung der eigenen Fähigkeiten und Potenziale erreichen. Tipps, wie Sie Ihre Karriere planen und steuern, finden Sie zuhauf: Ob in umfangreicher Literatur oder an verschiedensten Stellen im Internet.


Hier möchten wir Ihnen in komprimierter Form Denkanstöße und Hinweise für die unterschiedlichsten Ausgangspositionen anbieten: Von der Bewerbungsphase über die Karriereschritte innerhalb eines Unternehmens bis hin zur Frage, ob es nicht besser wäre, sich selbstständig zu machen. Wenn es Besonderheiten für den Bereich Finanz- und Rechnungswesen gibt, haben wir darauf verwiesen. Viel Spaß bei der Lektüre und viel Erfolg bei Ihrer Karriereplanung!

Wie komme ich durch Networking beruflich voran?

Weit über die Hälfte der offenen Vakanzen werden über Kontakte vergeben, bei Interim Mandaten spricht man gar von 80 Prozent! Daher sollten Sie insbesondere auch für die Planung Ihrer Karriere in den Aufbau und die Pflege dieses Netzwerkes investieren. Neben der (oft nebenberuflichen) Tätigkeit in Arbeitskreisen, Vereinen etc. sollten Sie sich auch online präsentieren: Branchenübergreifende Businesskontaktbörsen stellen eine unkomplizierte Plattform dar, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und von potentiellen Auftrag- und Arbeitgebern gefunden zu werden.

  • Welche der Businesskontaktbörsen passen zu Ihnen? Wo finden Sie Ihre bereits vorhandenen Kontakte, wo die Unternehmen, die Sie interessieren bzw. die Personen, mit denen Sie in Kontakt treten möchten?
  • Lohnt sich eine kostenpflichtige Premiummitgliedschaft?
  • Oder ist ein exklusiveres Netzwerk mit Zugangsbeschränkung die richtige Plattform? Und wenn ja, über wen bzw. wie können Sie dort aufgenommen werden?

  • Konzentrieren Sie sich in Ihrem Profil auf relevante Informationen betreffend Ihrer Kompetenz, Qualifikation und Persönlichkeit.
  • Ihr Foto sollte zum Rahmen passen und Sie in entsprechender Arbeitskleidung zeigen.
  • Ihr Profil sollte nicht auf den ersten Blick so aussehen, als ob Sie dringend auf der Suche nach einem Job sind.
  • Wer schreibt, der bleibt, gerade im Netz: Überlegen Sie vorab, was Sie von sich erzählen. Auch in privaten Communities geäußerte Kommentare könnten zu Ihnen zurückverfolgt werden, ein Facebook-Foto der letzten Party kann auch in Ihrem beruflichen Netzwerk die Runde machen.
  • Wägen Sie genau ab, ob Sie die Speicherung Ihrer Daten (wie beispielsweise Ihren Lebenslauf) in diversen Talentpools erlauben – Achten Sie darauf, wie umsichtig mit Ihren Daten umgegangen wird.
  • Behalten Sie stets den Überblick, wie und mit welchen Unterlagen Sie wo gespeichert sind (z. B. über die One-Click-Bewerbung-Verlinkung).
  • Überlegen Sie vorab, mit welchen Freunden, Bekannten oder Kollegen sich Sie in Ihrem beruflichen Netzwerk verknüpfen wollen.

Hinweis: Es gibt keine Alternative zum persönlichen Dialog – Kontakte, die online hergestellt wurden und sich vielversprechend anlassen, sollten recht bald durch eine persönliche Begegnung intensiviert werden.

Tipp: Online-Netzwerke sollten Sie auch nutzen, um Wissen zu generieren oder sich selbst inhaltlich-fachlich zu präsentieren. Bloggen Sie in Foren über Ihr Spezialthema, tauschen Sie sich mit Experten in Arbeitskreisen aus – so werden potentielle Arbeitgeber auf Sie aufmerksam. Achten Sie nur darauf, dass Sie keine Firmeninterna weitergeben bzw. Rechte von Dritten verletzen.

Exkurs: Warum sollte ich als Fach- oder Führungskraft im Finanz- und Rechnungswesen bzw. Controlling eine Personalberatung aufsuchen?

Mit Unterstützung von Personalberatungen suchen Unternehmen qualifizierte Mitarbeiter, oft mit spezifischen Kenntnissen und/oder einer bestimmten Persönlichkeit, die ins Team oder zur Unternehmenskultur passt. Im Mittelstand fehlt es häufig an Recruitern, so dass zur Personalbeschaffung - egal ob Positionen in der Buchhaltung oder im Controlling - gern auf kompetente externe Quellen zurückgegriffen wird. Auch größere Unternehmen nutzen häufig Personalberater, wenn Fachkräfte mit besonderen Fähigkeiten gesucht werden, hochrangige Manager eingestellt oder Vakanzen kurzfristig besetzt werden sollen und Zeit für die Recherche fehlt.

Was sollte eine gute Personalberatung leisten, worauf sollte ich achten?

  • Erfahrung in Ihrem Aufgabengebiet: Versteht der Personalberater, was genau Sie tun, wohin Sie wollen und ob dies mit den Unternehmenswünschen zusammenpasst?
  • Detaillierte Marktkenntnisse: Kennt der Personalberater sich in Ihrem Tätigkeitsfeld aus, weiß er, was verlangt und wie bezahlt wird? Welche Zusatzqualifikationen gefragt sind? Kann er Ihren persönlichen „Marktwert“ einschätzen?
  • Gut gepflegte Datenbank: Wird eine professionelle Softwarelösung genutzt, um effizient zu arbeiten und Kandidaten schnell für passende Vakanzen zu selektieren?
  • Umfangreiches Netzwerk: Wie gut kennt der Personalberater seine Kunden, kann er Hintergrundinformationen liefern, etwas zu Unternehmenskultur und Entwicklungsmöglichkeiten sagen? Betreut er Konzerne, genau so wie Start-ups und Mittelständler?
  • Datenschutz: Wie sorgsam geht der Personalberater mit Ihren Daten um? Wird Ihr Profil breit gestreut oder werden Sie vorab informiert, bei wem Sie vorgeschlagen werden?
  • Gezielte Beratung: Will man Sie persönlich kennen lernen? Steht im Vordergrund Ihre individuelle Lebenssituation und Ihre beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten? Werden gezielt Fragen gestellt und Wünsche berücksichtigt? Gibt der Personalberater Ihnen eine realistische und ehrliche Einschätzung Ihrer Gesamtsituation?
  • Und zuletzt – der Wohlfühlfaktor: Vertrauen Sie Ihrem Personalberater, können Sie sich vorstellen, langfristig in Kontakt zu bleiben? Fühlen Sie sich gut behandelt und gewertschätzt?

Und wie sollte ich mit Personalberatungen umgehen, um diese gezielt für mein berufliches Fortkommen zu nutzen?

  • Konzentrieren Sie sich auf einige wenige Personalberatungen, lassen Sie sich nicht am Markt verbrennen, in dem Sie viele kontaktieren bzw. für alle offenen Vakanzen vorschlagen lassen.
  • Bereiten Sie sich auf ein Gespräch bei einer Personalberatung gut vor und analysieren Sie vorab genau, was Sie können, wohin Sie möchten, warum Sie sich verändern oder weiterentwickeln wollen.
  • Auch freut sich ein Personalberater genauso über Wertschätzung und respektvollen Umgang wie Sie als Kandidat – wird er gar zu häufig rüde abgeblockt, schwindet die Freude, Sie für offene Positionen vorzuschlagen.
  • Ferner sollten Sie kein permanentes berufliches oder privates Coaching erwarten – dafür gibt es Spezialisten, die Sie zu den verschiedensten Themen gern unterstützen.
  • Bringen Sie sich gern gelegentlich in Erinnerung: Lassen Sie sich kurz beraten, was derzeit am Markt passiert und wie Sie Ihre Arbeitsmarktfähigkeit am besten erhalten. Oder Sie informieren darüber, dass Sie eine neue Position eingenommen, eine Fortbildung erfolgreich abgeschlossen oder nun eine weitere Fremdsprache beherrschen. Dies wird von einem guten Personalberater sehr geschätzt und steigert Ihre Marktchancen.

Wie überstehe ich die Probezeit erfolgreich?

Die Probezeit ist eine Zeit der beiderseitigen “Erprobung”: Passen Sie zum Unternehmen und passt auch Ihnen das Unternehmen, die vorherrschende Kultur, Ihre Tätigkeit? Sehen Sie das Ganze als eine Verlängerung des Vorstellungsgespräches: Sie werden von Arbeitgeberseite intensiv hinsichtlich Ihrer Kompetenzen und Stärken beobachtet - halten Sie Ihre Leistungsversprechen auch in der Praxis? Und werden Ihre eigenen Erwartungen erfüllt? Mit einer gelungenen Probezeit stellen Sie die Weichen für Ihre zukünftige Karriere im Unternehmen, daher machen Sie sich rechtzeitig mit den üblichen Verhaltensweisen bekannt.

  • Fragen Sie nach einem Organigramm, mit dem Sie sich vorab vertraut machen können. So sind Ihnen bereits Namen, Positionen und Strukturen bekannt, wenn Ihnen die jeweiligen Kollegen vorgestellt werden.
  • Versuchen Sie, alle planbaren Arzttermine vor Ihren Arbeitsantritt zu legen. Es ist nicht passend, wenn Sie in den ersten Monaten wegen Routineuntersuchungen häufiger ausfallen.
  • Legen Sie sich eine entsprechende Garderobe zu: Die richtige Kleidung ist nach wie vor ein wichtiger Baustein für Ihre Karriere. Mit ihr setzen Sie fest, in welcher “Liga” Sie spielen möchten. Ein stimmiges Gesamtkonzept sorgt für einen erfolgreichen Auftritt. Dabei können Sie sich grob an der Kleiderordnung im Team orientieren – nicht in allen Abteilungen wird „Businesslook“ getragen; dezent-klassische Kleidung passt in jedem Fall.
  • Versuchen Sie, sich möglichst vor Arbeitsantritt ein paar Tage auszuruhen. Sie werden die erste Zeit mit einer Fülle von Informationen konfrontiert, es gilt sich unzählige Namen, Arbeitsabläufe und Passwörter zu merken. Sie werden daher Ihre Energie brauchen.
  • Damit Sie besonders bei Arbeitsbeginn einen positiven ersten Eindruck machen: Investieren Sie in Ihr Aussehen, gehen Sie zum Friseur, suchen Sie sich bewusst eine hochwertige Garderobe aus, in der Sie sich wohlfühlen.

Wer neu in ein Unternehmen kommt, fühlt sich meist unsicher und gestresst: Sie stehen unter dem Druck beweisen zu müssen, was Sie können, nicht nur fachlich, sondern auch persönlich. Die persönliche Beziehungspflege, ein funktionierendes Netzwerk zu Ihren Kollegen und Vorgesetzten ist dabei wichtiger Bestandteil Ihres Erfolges.

Gegenüber Kollegen

Ihr Umfeld erwartet von Ihnen, dass Sie sich anpassen. So gilt es unter anderem die Spielregeln herauszufinden: wer mit wem kann oder nicht, wer welche Stärken und Schwächen hat, welche Verhaltensweisen haben sich etabliert, etc.

  • Gehen Sie offen auf andere zu, zeigen Sie Interesse an den anderen Mitarbeitern, stellen Sie sich aktiv vor.
  • Achten Sie auf Ihre Körpersprache: Lächeln Sie, suchen Sie offenen Blickkontakt, stehen Sie gerade und verschränken Sie nicht Ihre Arme.
  • Gehen Sie möglichst mit den Kollegen zum Mittag, um so auch auf „privatem“ Terrain die Beziehung zu festigen; grenzen Sie sich nicht aus.
  • Halten Sie sich zunächst zurück mit kritischen Bemerkungen. Sonst sind Sie schnell „der Neue, der alles besser weiß“. Auch beim Vorbringen von Verbesserungsvorschlägen oder Anregungen sollten Sie sensibel vorgehen und sich genau überlegen, bei wem Sie was anbringen. So zeigen Sie Respekt vor dem, was bisher war.
  • Hören Sie gut zu und nehmen Sie bewusst wahr, was um Sie herum passiert.
  • Auch an Lästereien sollten Sie sich zunächst nicht beteiligen.

Gegenüber Ihrem Vorgesetzten

Die Beziehung zu Ihrem Chef ist von entscheidender Bedeutung: Dieser beurteilt Ihre Arbeitsleistung und wird auch entscheiden, ob Sie nach der Probezeit im Unternehmen bleiben. Daher gilt grundsätzlich: Zeigen Sie Interesse und suchen Sie aktiv den Dialog, auch über die Arbeitsebene hinweg. Ferner versuchen Sie folgende Punkte zu verinnerlichen:

  • Versetzen Sie sich in seine Rolle: Was ist für ihn bedeutsam, welche Ziele hat er? Wie können Sie ihm bei seiner Zielerreichung unterstützen?
  • Fragen Sie nach, welche Erwartungen er konkret an Sie hat, welche Prioritäten Sie setzen sollen und ob Sie Besonderheiten beachten müssen.
  • Holen Sie sich regelmäßig Feedback ein (das erste Mal nach ca. sechs Wochen), zeigen Sie sich kritikfähig.
  • Gehen Sie nicht nur zu ihm, wenn Sie konkret etwas auf dem Herzen haben, sondern nutzen Sie Pausen, gemeinsame Projekte etc. auch um einen kurzen Small Talk zu halten.

Wie und wann sollte ich nach einer Gehaltserhöhung fragen?

Ähnlich wie die Gehaltsverhandlung im Vorstellungsgespräch sollte auch die Frage nach einem höheren Gehalt bei Ihrem Vorgesetzten gut vorbereitet werden. Da hier - anders als bei einem Unternehmenswechsel - keine großen Sprünge zu erwarten sind (meist nicht mehr als 5 Prozent), ist es ratsamer eher regelmäßig (ca. alle ein bis zwei Jahre) nachzufragen. Für eine erfolgsversprechende Verhandlung sollten Sie folgende Punkte berücksichtigen:

  • Unternehmen: Achten Sie auf die Unternehmenssituation – konnte gerade ein neuer Großkunde gewonnen werden, ein zusätzlicher Auftrag, hat Ihr Arbeitgeber Gewinne gemacht? Ihre Chancen stehen wesentlich besser, wenn Ihre Firma positiv dasteht.
  • Vorgesetzter: Und wie steht es um Ihren Chef? Wurde dieser gerade befördert, hat er Mittwochs immer gute Laune, weil er Tennis spielen geht? Auch hier sollten Sie den richtigen Zeitpunkt erwischen, um mit ihm zu sprechen.
  • Persönliche Situation: Haben Sie gerade etwas Außergewöhnliches geleistet? Ein Projekt erfolgreich abgeschlossen? Fühlen Sie sich selbstbewusst und konnten Erfolge verbuchen? Nur wenn Sie sich selbst gut fühlen und davon überzeugt sind, Außergewöhnliches zu leisten, können Sie auch Ihren Vorgesetzten überzeugen.

  • Recherchieren Sie gründlich, wie das branchenübliche Gehalt aussieht (Achtung, dies nicht unbedingt bei dem Gespräch erwähnen; dies soll Ihnen nur Sicherheit geben, wo Sie sich gehaltlich bewegen).
  • Listen Sie alle Erfolge auf, die Sie in letzter Zeit bei Ihrer Arbeit verbuchen konnten. Können Sie gut begründen, warum Sie mehr verdienen sollten? Haben Ihre Leistungen der Firma Arbeit/Zeit/Geld gespart oder zusätzlichen Umsatz generiert? Durch besondere Weiterbildung, Mehrarbeit durch Vertretungen, Erweiterung Ihres Tätigkeitsbereiches, Projektübernahme oder Umsatzsteigerung? Persönliche finanzielle Probleme oder gestiegene Lebenshaltungskosten sind hingegen schlechte Argumente für eine Gehaltserhöhung.
  • Überlegen Sie sich vorab, was Ihr Ziel ist: Eine Gehaltssteigerung von drei oder fünf Prozent. Oder kommen auch geldwerte Vorteile wie Firmenwagen, Diensthandy oder Zusatzversicherungen in Frage? Wäre eine leistungsabhängige Prämie für Sie interessant?
  • Üben Sie das Gespräch zur Sicherheit vorher mit einem Freund/Bekannten.
  • Benennen Sie klar Ihr Ziel, benutzen Sie nicht den Konjunktiv, geben Sie nicht beim ersten Nein auf.
  • Seien Sie selbstbewusst und schauen Sie Ihrem Vorgesetzten offen in die Augen. Wer verschämt wegsieht, hat bei einer Verhandlung schlechtere Karten. “Hart in der Sache, jedoch höflich und freundlich bleiben” heißt die Devise.
  • Erwarten Sie nicht, dass Sie sofort im Gespräch eine Zusage/ein Angebot bekommen. Wenn man Sie jedoch immer wieder mit einer Antwort vertröstet, sollten Sie sich beharrlich zeigen und öfter nachfragen.
  • Wird Ihr Gehaltswunsch abgelehnt, sollten Sie nach den Gründen fragen und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssten, damit Sie ein höheres Gehalt bekommen. Bleiben Sie beim Thema und machen Sie gleich einen neuen Verhandlungstermin (in ca. drei bis sechs Monaten) aus.

Wie agiere ich erfolgreich bei einem Managementaudit?

Ein Managementaudit ist ein Verfahren zur Evaluation von Führungskräften, meist durchgeführt von externen Beratungsfirmen. Hierbei sollen individuelle Führungsfähigkeiten und Entwicklungspotentiale beobachtet und bewertet werden, um eine persönliche Standortbestimmung des Kandidaten vorzunehmen. Neben der systematischen Potenzialanalyse und Führungskräfteentwicklung werden Managementaudits auch zur Positionsbesetzung oder vor dem Hintergrund spezieller Geschäftssituationen (bspw. Restrukturierungen, Akquisitionen neuer Geschäftsfelder, Management-Buy-in, Merger and Acquisition Projekte) durchgeführt. Meist werden in Teams komplexe Business-Simulationen vorgenommen, um so auch die soziale Kompetenz der Manager zu beurteilen; es gibt jedoch auch Managementaudits für einzelne Führungskräfte.

Vorweg: Auch eine sehr gute Vorbereitung wird Ihr Ergebnis bei einem professionell durchgeführten Audit nicht wesentlich beeinflussen. Dennoch gibt Ihnen die intensive Beschäftigung mit dem Thema eine gewisse Ruhe und Sicherheit, die Sie in dieser herausfordernden Situation benötigen werden. Damit Sie wissen, was auf Sie zukommt, stellen wir Ihnen zunächst vor, welche Kompetenzen besonders beobachtet bzw. beurteilt werden:

  • Führungsstärke: Können Sie delegieren, kooperieren, sich durchsetzen?
  • Problemlösung: Können Sie analytisch denken? Sind Sie flexibel und kreativ? Können Sie sich entscheiden? Setzen Sie Ihre Ressourcen sinnvoll ein?
  • Strategisches Denken: Denken Sie unternehmerisch? Können Sie organisieren? Berücksichtigen Sie alle relevanten Faktoren? Denken Sie zukunftsorientiert?
  • Soziales Verhalten: Wie ist Ihr Umgang mit Ihren Mitmenschen? Sind Sie kontaktfreudig/extrovertiert? Wie sind Ihre Umgangsformen? Sind Sie kritikfähig und in der Lage selbst angemessen Feedback zu geben?
  • Persönlichkeit: Sind Sie selbstmotiviert und ehrgeizig, mit dem Willen zum Erfolg? Sind Sie berechenbar-stabil in Ihrem Verhalten? Setzen Sie Ihre Ideen um? Ertragen Sie auch Rückschläge? Sind zu zuverlässig und gewissenhaft?

Neben umfangreichen, mehrstündigen Interviews (Interviewleitfäden sollen dabei die Vergleichbarkeit der Kandidaten sichern), kommen komplexe Business-Simulationen, Rollenspiele oder Persönlichkeitstest zum Einsatz. Deutlicher Schwerpunkt bildet jedoch das Interview, welches oft zweigeteilt verläuft: Zunächst ein strukturiertes Interview mit einem/mehreren externen Beratern, dann Gespräche/Interviews mit wichtigen Kollegen oder Prozesspartnern. Viele Fragen zielen darauf ab, aus Ihrem Verhalten in der Vergangenheit Ihr Potenzial für zukünftige Leistungen zu ermitteln:

  • Wie war die Istsituation?
  • Worin bestand die Herausforderung, was war der Sollzustand?
  • Wie sah Ihre Vorgehensweise, Ihre Planung aus?
  • Welches Ergebnis konnten Sie vorweisen?
  • Was haben Sie daraus gelernt, würden Sie heute etwas anders machen?

  • Analysieren Sie Ihre Persönlichkeit, Ihre Stärken und Schwächen, Ihre Ziele. Nur wenn Sie selbst wissen, was Sie auszeichnet und was Sie erreichen möchten, können Sie dies auch anderen überzeugend vermitteln.
  • Um Ihre Kompetenzen komprimiert darstellen zu können: Beschäftigen Sie sich mit Ihrem beruflichen Werdegang, mit Ihrer Aus- und Weiterbildung. Wie können Sie diese in wenigen Sätzen verständlich darstellen?
  • Überlegen Sie ferner: Was ist Ihr persönlicher Beitrag zum Unternehmenserfolg? Wie können Sie diesen nachvollziehbar belegen?
  • Informieren Sie sich gründlich über Audits allgemein und speziell über das in Ihrer Firma geplante. Welche Methoden werden in Ihrem Unternehmen mit welchem Ziel angewendet?
  • Sehen Sie das Management-Audit als Chance: Wie können Sie das Audit für sich nutzen? Was möchten Sie dabei erreichen? Welche Erwartungen und Ansprüche verbinden Sie hierbei an Ihren Arbeitgeber?
  • Stellen Sie sich geistig auf provokante Fragen und konfrontative Situationen ein. Seien Sie auch bereit, auf Rollen- oder Fallbeispiele einzugehen. Versuchen Sie, dabei gelassen zu bleiben. Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben und nehmen Sie sich Zeit für Ihre Antworten.
  • Bleiben Sie authentisch und glaubwürdig, versuchen Sie nicht, sich zu verstellen. Stellen Sie sich positiv dar, aber stehen Sie auch zu Ihren (kleinen!) Schwächen.
  • Rechtfertigen Sie sich nicht für negatives Feedback, sondern fordern Sie die Unterstützung Ihres Arbeitgebers ein. Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten und nutzen Sie die offerierten Entwicklungsmöglichkeiten.

Wie wichtig sind Weiter- und Fortbildung für mein berufliches Weiterkommen?

Die Bedeutung des lebenslangen Lernens ist inzwischen unumstritten: Nur wer sich weiterbildet und die neuesten Trends und Techniken beherrscht, bleibt am Arbeitsmarkt gefragt und damit konkurrenzfähig. Gerade der Bereich Finance & Controlling wird durch die zunehmende Globalisierung und technische Vernetzung immer komplexer; fachliche Qualifikationen wie der Internationale Bilanzbuchhalter sind zunehmend gefragt. Bei der Wahl der entsprechenden Bildungsmaßnahmen ist daher ein Gespür für Trends und künftige Aufgabenfelder von großem Vorteil.

Tipp: Lassen Sie sich unverbindlich von uns als Profi im Finanz- und Rechnungswesen und  Controlling beraten: Durch unsere vielfältigen Unternehmens- und Bewerberkontakte kennen wir den Markt und wissen, welche Qualifikationen gefragt sind.

Eine vom Arbeitgeber offerierte Maßnahme zur fachlichen oder verhaltensbezogenen Weiterentwicklung ist nicht nur Wertschätzung des Unternehmens, sondern unterstützt auch Ihre professionelle Karriereplanung. Neue Verhaltens- und Denkweisen, aber auch fachliches Know-how wird (zumeist auf Arbeitgeberkosten) so vermittelt. Doch wie können Sie diese in Zeiten knapper Budgets bewilligt bekommen?

  • Recherchieren Sie: Welche Bildungsmaßnahmen bietet Ihr Arbeitgeber an (firmenintern oder extern); welche nutzen Ihrem beruflichen Werdegang, Ihrem Karriereziel? Wie ist die inhaltliche Qualität und die Relevanz der Weiterbildung in Bezug auf Ihr Arbeitsumfeld?
  • Selektieren Sie ein, zwei konkrete Maßnahmen und stellen Sie die Nähe zu Ihrem Tätigkeitsfeld und Ihren Rollenanforderungen in den Vordergrund. Was hat das Unternehmen davon, dass Sie diese Weiterbildung besuchen? Wie zahlt es sich zum Beispiel für Ihren Vorgesetzten aus?
  • Nutzen Sie zum Beispiel Ziel- oder Leistungsbeurteilungsgespräche für das Aufzeigen persönlicher Entwicklungsthemen – unterstützt von entsprechenden Bildungsmaßnahmen.
  • Passen Sie den richtigen Zeitpunkt ab: Zum Jahresende/-anfang, wenn die Budget gerade festgelegt werden/sind, ist es einfacher, eine persönliche Maßnahme bewilligt zu bekommen.

Hinweis: Denken Sie bei Ihrer Weiter-/Fortbildung innerhalb des Unternehmens auch daran, ob die erworbenen Qualifikationen und Kenntnisse am Markt gefragt sind. Ihre Arbeitsleistung bleibt nur konkurrenzfähig, wenn Sie regelmäßig Ihre Fähigkeiten den allgemeinen Markterfordernissen anpassen.

Aufbaustudiengänge, Promotion, MBA-Studium, Projekt- oder Persönlichkeitstrainings, die Ausbildung zum IHK-Controller oder Bilanzbuchhalter: Wer sich eigeninitiativ beruflich weiterbilden möchte, steht einem unübersichtlichen Angebot gegenüber. Kurse von einigen Stunden oder mehreren Jahren werden angeboten; Präsens- oder Fernstudium, mit Teilnahmebestätigung oder Kammerzertifikat. Die für Sie richtige Qualifizierung finden Sie nur, wenn Sie strategisch vorgehen und sich intensiv informieren.

Wichtig dabei: Sie sollten sich nur weiterbilden, wenn es notwendig ist, das eigene Profil zu stärken. Persönliche Lern- und Reifungsprozesse, die im täglichen Leben on- oder off-the-job stattgefunden haben, sind ebenso wichtig. Eine Weiterbildung der Weiterbildung wegen ist nicht sinnvoll.

Lassen Sie sich gerne durch uns beraten: Durch unsere vielfältigen Unternehmens- und Bewerberkontakte kennen wir den Markt und wissen, welche Qualifikationen gefragt sind.

Auszug von Qualifizierungsmöglichkeiten im Finanz- und Rechnungswesen und Controlling

  • Bilanzbuchhalter (IHK)
  • Controller (IHK)
  • Steuerfachwirt
  • Steuerberater
  • Wirtschaftsprüfer
  • Aktuar
  • Wirtschaftsprüfer
  • Certified IFRS-Accountant (CIASA)
  • Certified Fraud Examiner (CFE)
  • Certified Information Security Manager (CISM)
  • Certified Information Systems Auditor (CISA)
  • Certified Internal Auditor (CIA)
  • Certified Public Accountant (CPA)
  • Certified SAP Consultant
  • Chartered Accountant
  • Chartered Financial Analyst (CFA)
  • International Investment Analyst (CEFA)
  • Master of Business Administration (MBA)

Weitere Informationen finden Sie unter DasHöfer, GFS Muser oder den IHKs (jeweils verlinkt).

Hinweis: Kenntnisse der internationalen Rechnungslegung, ein IFRS-Abschluss (International Financial Reporting Standards) oder profunde Fremdsprachenkenntnisse steigern die Karrierechancen im Finanz- und Rechnungswesen und Controlling enorm. Doch auch mit Englischkenntnissen, die nicht „verhandlungssicher“ sind, können Sie Ihre beruflichen Aussichten verbessern. Arbeiten Sie beispielsweise in der Debitorenbuchhaltung und sprechen mit Mitarbeitern ausländischer Unternehmen, die selbst keine „native speaker“ sind, reicht es aus, wenn Sie sich trauen zu sprechen und Ihr Gegenüber verstehen. Folglich – ist Ihr Englisch befriedigend und trauen Sie es sich zu, dann können Sie sich grundsätzlich auch auf Positionen bewerben, bei denen Englisch gefordert ist (es sei denn, dieses sollte fließend, vertrags- oder verhandlungssicher sein).

Tipp: Zunehmend sollten sich Leiter des Finanz- und Rechnungswesen auch im Financebereich auskennen – eine Weiterbildung im Bereich Corporate Finance, zum Beispiel mit dem zertifizierten Abschluss „Finanz-Manager“ (Univ.), ist eine sinnvolle Ergänzung der bisherigen Qualifikation.

Zuschuss von Arbeitgeberseite: Viele Unternehmen fördern die selbst initiierte Weiterbildung ihrer Arbeitnehmer. Besonders, wenn die gewählte Weiterbildung einen klaren Bezug zu Ihrer jetzigen Tätigkeit hat, haben Sie damit Aussicht auf Erfolg. Fragen Sie daher aktiv nach einer finanziellen Beteiligung oder Bildungsurlaub.

Staatlicher Zuschuss: Bildungsmaßnahmen, die der Fortbildung dienen, können grundsätzlich in voller Höhe als Werbungskosten geltend gemacht werden, wenn zwischen der Fortbildung und der aktuellen oder künftigen Einnahmen-Erzielung ein Zusammenhang besteht.

  • Fragen Sie sich vorab, was Sie beruflich erreichen wollen und welche Qualifikationen, Kenntnisse oder Fähigkeiten Ihnen hierfür fehlen. Ist die geplante Weiterbildung wirklich dazu geeignet, Ihr Berufsziel zu erfüllen bzw. zu unterstützen?
  • Ermitteln Sie, wie Ihnen das Lernen am leichtesten fällt: Als Präsenzunterricht in Seminaren oder Vorlesungen oder zeitlich flexibel als Fernunterricht oder per E-Learning.
  • Die gewählte Bildungsmaßnahme sollte zu Ihrer Ausbildung und Ihrer beruflichen (Vor-)Erfahrung passen.
  • Prüfen Sie Ihre Motivation: Sind Sie zugunsten Ihrer Fortbildung bereit, auf Freizeit und ggf. Urlaub zu verzichten? Wie viel Energie wollen Sie in Ihre Weiterbildung investieren?
  • Überprüfen Sie ferner, ob die gewählte Maßnahme am Markt gefragt ist, ob diese den qualitativen Anforderungen von Arbeitgeberseite her genügt. Auf der Internetseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finden Sie dafür die Kontaktdaten regionaler Weiterbildungsnetzwerke oder lassen Sie sich bei der örtlichen Industrie- und Handelskammern (IHK bzw. HWK) beraten. Auch Stiftung Warentest liefert regelmäßig Testberichte zum Thema Weiterbildung.
  • Vergleichen Sie bei den verschiedenen Angeboten: Ziel, Dauer, Abschluss, Kursgliederung, Gruppengröße, Preis, Selbststudienmaterial, Qualifikation/Erfahrung der Kursleiter. Ferner: Ist das Weiterbildungsinstitut renommiert/zertifiziert, wie lange ist es bereits am Markt tätig? Können Referenzen genannt werden? Sprechen Sie selbst mit dem Anbieter, vereinbaren Sie beispielsweise eine Probestunde und machen sich so einen persönlichen Eindruck.
  • Berufsbegleitend: Sich neben dem Job eigeninitiativ weiterzubilden, stellt eine große Herausforderung dar. Wenn Sie beruflich und auch privat gerade stark gefordert sind, sollten Sie sich gut überlegen, ob Ihre Energien ausreichen. Denn gerade bei längerfristigen Maßnahmen sollten Sie sicher sein, dass sowohl Ihr Arbeitgeber als auch Ihr familiäres Umfeld Sie unterstützen.
  • Phase der Arbeitslosigkeit: Hier können Sie mit viel Energie Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern und Ihre Zeit konstruktiv nutzen. Erkundigen Sie sich genau, welche Qualifikationen für die angestrebte Position fehlen. Ferner sollten Sie prüfen, ob Sie bei einer mittel-/längerfristigen Weiterbildung diese auch nebenberuflich weiterführen können, wenn Sie wieder beruflich fest einsteigen. Einen Job nicht anzunehmen, weil Sie erst die bezahlte Weiterbildung beenden möchten, ist nicht ratsam.
  • Bezahlter Bildungsurlaub: Laut Gesetz steht den meisten Arbeitnehmern die bezahlte Freistellung von fünf Arbeitstagen pro Jahr für ihre politische bzw. berufliche Weiterbildung zu. Wenn Ihre gewählte Maßnahme als Kompaktseminar angeboten wird, einen klaren berufsrelevanten Bezug aufweist und Ihre Firma sich nicht finanziell beteiligen will, ist dies eine gute Möglichkeit. Fragen Sie jedoch vorsichtig an, denn in vielen Unternehmen wird Bildungsurlaub nicht gern bewilligt.

Auslandtätigkeiten im Finanz- und Rechnungswesen und Controlling

Gerade im Finance & Controlling werden durch die zunehmende Globalisierung und internationalen Unternehmenszusammenschlüsse die Anforderungen nach Fremdsprachenkenntnissen und praktischen Erfahrungen mit internationalen Rechnungslegungsvorschriften zum wichtigen Karrierebaustein. Bei einem Auslandseinsatz lernen Sie fremde (Arbeits-)kulturen, andere Entscheidungs-, Kommunikations- und Geschäftsprozesse kennen. Diese Erfahrungen können Sie gewinnbringend für Ihren beruflichen Werdegang nutzen – bei Top-Managern gehören internationale Erfahrungen mittlerweile zum Standardrepertoire.

Flexibilität, Toleranz, Anpassungsfähigkeit, Kontaktfähigkeit, etwas Mut, aber auch Gelassenheit gehören zu den Persönlichkeitsmerkmalen, die Sie für einen arbeitsbedingten Auslandsaufenthalt mitbringen sollten. Nicht immer läuft in einem fremden Land alles rund, die Menschen ticken anders und damit auch Geschäfts- und Arbeitsprozesse.

Deutsche Tugenden wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit können in anderen Ländern nicht als selbstverständlich hingenommen werden; oft werden Entscheidungen lange diskutiert und doch wieder verworfen. Das braucht langen Atem. Doch der Einblick in fremde Lebens- und Arbeitsweisen lohnt in der Regel nicht nur beruflich, sondern entwickelt Ihre Persönlichkeit in der Gesamtheit weiter.

  • Formalitäten: Klären Sie vorab, ob Sie beispielsweise ein Visum brauchen oder eine zusätzliche Krankenversicherung. Hilfreich sind dafür die Merkblätter des Bundesverwaltungsamt; hier gibt es Beratungsstellen für Auswanderer und Auslandstätige. Auch die Botschaften können Sie hierbei unterstützen.
  • Finanzen: Auskünfte zu den jeweiligen Lebenshaltungskosten liefert ebenfalls das Bundesverwaltungsamt.
  • Sprachkenntnisse: Verfügung Sie über ausreichende Sprachkenntnisse, um Ihren Job erfolgreich ausüben zu können? Spätestens im Interview müssen Sie darauf vorbereitet sein, Ihre Kenntnisse unter Beweis zu stellen.
  • Familienunterstützung: Insbesondere bei Nachwuchsführungskräften, die familiär noch nicht stark eingebunden sind, fällt der Schritt ins Ausland leichter. Wenn Sie Partner/Kinder haben, sollten Sie vorher abklären, ob diese Ihre Entscheidung unterstützen - können Ihre Kinder dort zur Schule gehen, können sie den entsprechenden Schulabschluss machen? Wird Ihr Partner auch einen Job finden? Oder können Sie beide mit einer Beziehung auf Distanz leben?
  • Rückkehrmöglichkeiten: Wenn Sie nach einiger Zeit nach Deutschland zurückkehren wollen, sollten Sie prüfen, ob die Kenntnisse, die Sie in dem Land erwerben, auch in Ihrer alten Heimat gefragt sind. Anderenfalls wird Ihnen die Reintegration schwerer fallen.

Tipp: Wenden Sie sich ggf. in Ihrem gewählten Land an einen sogenannten „Relocationservice“. Die dort arbeitenden Mitarbeiter unterstützen Sie (gegen Gebühr) bei den notwendigen Behördengängen, helfen eine Wohnung zu suchen und die entsprechenden Versicherungen abzuschließen.

Viele multinationale Konzerne senden qualifizierte Mitarbeiter für einen gewissen Zeitraum ins Ausland, um dort Organisationsstrukturen, den Markt und die Produkte kennenzulernen. Ob in „Cross Exchange Programs“ (hier tauschen Mitarbeiter für einen bestimmten Zeitraum ihre Positionen in unterschiedlichen Ländern) oder für einen vorab fest vereinbarten Zeitraum.

Neben der beruflichen und geografischen Flexibilität sollten Sie dafür zumindest die Landesprache sprechen, besser noch mehrere. Ein während des Studiums absolviertes Auslandspraktikum oder -studium hilft bei der Begründung, warum Sie der beste Kandidat für eine Versendung ins Ausland sind.

Als Alternative zu einer Auslandstätigkeit im Rahmen einer Unternehmenskarriere können Sie sich auch direkt im Ausland bewerben. Hier haben junge, flexible Bewerber mit drei bis fünf Jahren Berufserfahrung die besten Chancen. Doch auch Ältere können Erfolg haben, wenn ihre Spezialkenntnisse am ausländischen Arbeitsmarkt gefragt sind. Generell ist jedoch eine Bewerbung im Ausland eher weniger erfolgsversprechend als im Inland; es ist für Ausländer schwerer, den Zuschlag zu bekommen. Lassen Sie sich jedoch nicht zu schnell entmutigen, sondern bereiten Sie diesen Karriereschritt gut vor.

  • Zielland ermitteln: Welches Zielland kommt für Sie in Frage, wie sieht der Arbeitsmarkt dort aus, sind Ihre Qualifikationen gefragt, wie sind die Lebenshaltungskosten? Hier können Sie im Internet auf den Seiten des Auswärtigen Amtes, des Bundesverwaltungsamtes und der diplomatischen Vertretungen in Deutschland recherchieren, welches Land für Sie geeignet ist. Auch ausländische Stellenanzeigen bieten gute Informationsmöglichkeiten.
  • Kontaktieren Sie Ihr Netzwerk, ob jemand Beziehungen zu ausländischen Firmen hat und nutzen Sie diese für einen Gesprächseinstieg. Gerade in südeuropäischen Ländern haben Sie ohne persönliche Referenz kaum eine Chance.
  • Besuchen Sie Firmenkontaktmessen, um ausländische Firmen kennen zu lernen und ins Gespräch zu kommen.
  • Wenden Sie sich an die deutsche Außenhandelskammer des Ziellandes, um weitere Informationen zu erhalten. Auch die Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit kann Sie bei Ihrem Vorgaben unterstützen. Diese vermittelt einige tausend Fach- und Führungskräfte pro Jahr, gibt wertvolle Tipps, welche Qualifikationen wo gefragt sind und hilft bei der Reintegration.
  • Nutzen Sie den „Europass“ der EU, der die eigenen Qualifikationen und Kompetenzen darstellen hilft. Dieser besteht aus Lebenslauf, Sprachenpass, Mobilitätsangaben, Diplomzusatz und Zeugniserläuterungen und verschafft potenziellen Arbeitgebern schnell einen Überblick über das Bewerberprofil. Sie können diesen selbstständig unter www.europass-info.de erstellen.
  • Da viele Firmen die Kosten scheuen, ausländische Kandidaten zu Vorstellungsgesprächen einzuladen, sollten Sie darauf hinweisen, dass Sie auf eigene Kosten anreisen. Oder besser: Sie mailen Ihre Bewerbungsunterlagen und notieren, wann Sie im betreffenden Ort sind und dass Sie dann gern für Vorstellungsgespräche zur Verfügung stehen. So können Sie Ihr Zielgebiet kennen lernen und sich direkt vor Ort einen Überblick über die Lage machen. Auch können Sie ein erstes Kennenlernen via Videokonferenz vorschlagen.
  • Berücksichtigen Sie die länderspezifischen Bewerbungsgepflogenheiten: So sind in vielen Ländern die Bewerbungsunterlagen nicht so ausführlich wie in Deutschland; Arbeitszeugnisse spielen kaum eine Rolle, dafür persönliche Referenzen etc.
  • Auch wenn Sie fit sind in der jeweiligen Landessprache: Lassen Sie Ihre Bewerbung von einem Muttersprachler gegenlesen. So vermeiden Sie Fehler.

Wie wichtig sind Arbeitszeugnisse für meine Karriere?

Trotz der zunehmenden Bedeutung von Referenzen sind Ihre Arbeitszeugnisse nach wie vor die wichtigsten Dokumente, die die Erfolge Ihrer beruflichen Stationen nachweisbar belegen. Dabei ist die Formulierung und Gestaltung eine Philosophie für sich: Es gibt allgemein bekannte Standards, aber auch Geheimcodes, die als Laie nicht einfach zu entschlüsseln sind. Denn: Ihr Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, Sie gleichzeitig wohlwollend und wahr zu beurteilen; er darf Sie nicht offensichtlich schlecht bewerten und so Ihr berufliches Fortkommen behindern. So verbirgt sich die Kritik häufig zwischen den Zeilen; ein eigentlich positiv klingendes Zeugnis wird zur Karrierefalle.

  • Sie haben ein Rechtsanspruch auf ein Arbeitszeugnis ab dem Moment der Kündigung. Doch auch dieser Anspruch unterliegt der Verjährung. Fordern Sie dieses also rechtzeitig ein.
  • Genügt ein Zeugnis den inhaltlichen und formellen Anforderungen nicht, haben Sie Anspruch auf Berichtigung. Doch bevor Sie das Arbeitsgericht einschalten, sollten Sie versuchen, sich außergerichtlich zu einigen. Nicht mit jeder ungeschickten Formulierung will man Ihnen etwas Böses.
  • Lassen Sie sich ein Zwischenzeugnis ausstellen, um Ihre Leistungen schon vor einer Kündigung zu dokumentieren. Beispielsweise bei einem Abteilungs- oder Aufgabenwechsel oder wenn Sie einen neuen Vorgesetzten bekommen.
  • Es ist wichtig, dass das Zeugnis in seinem Gesamteindruck schlüssig und stimmig ist; die Bewertung einzelner Passagen lässt keine Gesamtbeurteilung zu. Daher muss jedes Zeugnis individuell geprüft werden.

Tipp: Wenn Sie unsicher sind – lassen Sie Ihr Zeugnis von Profis prüfen, ob dieses Ihnen und Ihren Leistungen, aber auch den allgemeinen Anforderungen genügt. Ihr Treuenfels-Berater unterstützt Sie gern!

Gerade in der Zeugnissprache kommt es auf die Feinheiten der Formulierungen an. Auch wenn Schlüsselworte weggelassen werden (bspw. wenn nicht erwähnt wird, wie Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten war) oder Selbstverständlichkeiten überbetont werden („er war stets pünktlich“ für einen hochqualifizierten Mitarbeiter) stellt dies eine Abwertung der gesamten Leistung dar. Prüfen Sie daher Ihr Arbeitszeugnis sorgfältig. Auch wenn Sie sich Ihr Zeugnis selbst schreiben (was oft übliche Praxis ist): Beschäftigen Sie sich vorab intensiv mit der Materie und schreiben Sie es nicht einfach „nebenher“.

  • Überschrift (Bezeichnung der Zeugnisart wie Zwischenzeugnis, Ausbildungszeugnis, Zeugnis o. ä.)
  • Einleitung (Angaben zur Person, Eintritts- und Austrittsdaten, Position/en, Abteilung/en)
  • Aufgaben-/Kompetenzbeschreibung (als Grundlage: Falls vorhanden die Stellenbeschreibung und die wichtigsten Aufgaben dabei zuerst nennen)
  • Leistungsbeurteilung (Arbeitsweise, Arbeitsleistung und Arbeitserfolge)
  • Verhaltensbeurteilung
  • Schlusssatz (ggf. Ausscheidegrund, ggf. Dankes- und Bedauernsformel)
  • Abschlussformalia (Ort, Datum, Name des Ausstellers in maschinenlesbarer Form, Original-Unterschrift)
  • Ferner sollte das Zeugnis auf Firmenpapier mit Angaben zum Arbeitgeber und den Kontaktdaten, geschrieben sein.

  • Hier werden wichtige Aussagen zu Ihrem Wissen, Ihren Kenntnissen, Ihren Fähigkeiten getroffen. Angesprochen werden könnten hier Ihre Problemlösefähigkeit, Auffassungsgabe, Kreativität, strategisches Denken, Verhandlungsgeschick, Engagement, Initiative, Selbstständigkeit, Arbeitstempo, -menge, -qualität, Verantwortungsbewusstsein, Belastbarkeit, Verhalten bei Stress, rhetorische Fähigkeiten, Personalführung, Kostenbewusstsein, Teamverhalten, etc.
  • Haben Sie Besonderes geleistet? Den Umsatz gesteigert? Längerfristig eine Krankheitsvertretung übernommen? Prozessoptimierungen vorgenommen? Kosten gesenkt? Hier ist Raum für die besondere Würdigung Ihrer Leistungen und Erfolge.
  • Zusätze wie außerordentlich zufrieden, in jeder Hinsicht, vollste Anerkennung, hervorragend, herausragend, besonders, ausgezeichnet, stets (und) vollste Zufriedenheit, weit überdurchschnittlich - lassen dabei auf ausgezeichnete Leistungen schließen. Zusätze wie sehr zufrieden, stets, immer - auf sehr gute Leistungen.

  • Alle wesentlichen Personengruppen, mit denen Sie zu tun hatten, sollten genannt werden.
  • Ferner sollte die Rangfolge Vorgesetzte, Kollegen, Mitarbeiter, Kunden/Geschäftspartner eingehalten werden. Abweichungen oder Weglassen deutet auf Probleme mit der jeweiligen Personengruppe hin.
  • Beispiel für eine sehr positive Formulierung: "Frau Iris Kramer trat jederzeit sehr höflich und verbindlich auf und förderte dadurch stets aktiv die sehr gute Zusammenarbeit. Ihr Verhalten zu Vorgesetzten, Mitarbeitern und externen Dienstleistern war stets vorbildlich."
  • Negativ hingegen wäre folgende Aussage: "Wir lernten sie als sehr umgängliche Kollegin kennen"; dies weist darauf hin, dass die Mitarbeiterin nicht besonders beliebt war.

Der Schlusssatz ist mit die wichtigste Passage in Ihrem Arbeitszeugnis. Viele Personaler lesen Arbeitszeugnisse von hinten nach vorn; wenn der Schlusssatz nicht positiv ausfällt, wird genauer geprüft. Dabei ist Ihr Arbeitgeber gesetzlich nicht verpflichtet, Ihnen alles Gute für Ihre Zukunft zu wünschen oder Ihr Ausscheiden zu bedauern. Auch hier wird wieder spitzfindig formuliert: Wünscht Ihnen der ehemalige Arbeitgeber „viel Erfolg“ und nicht „weiterhin viel Erfolg“ heißt dies, dass sich Ihr Erfolg im Unternehmen in Grenzen hielt.

Beispiel für eine sehr positive Schlussformulierung:

„Frau Kramer verlässt unser Unternehmen mit dem heutigen Tage auf eigenen Wunsch. Wir bedauern ihre Entscheidung außerordentlich, weil wir mit ihr eine sehr wertvolle und geschätzte Mitarbeiterin verlieren. Wir bedanken uns bei ihr für ihre jederzeit sehr gute Arbeit und wünschen ihr für ihre berufliche wie persönliche Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg.“

Der Leser eines Zeugnisses kann aus der Position des Unterschreibers Rückschlüsse auf die Wertschätzung des beurteilten Mitarbeiters ziehen. Idealfall: Die Unternehmens- oder Personalleitung unterschreibt zusammen mit Ihrem direkten Vorgesetzten (jeweils Originalunterschrift; zusätzlich wird der vollständige Name/Position in Maschinenschrift wiederholt).

  • Doppelte Verneinung: Verneinte Gegenteile wie "war nicht uninteressiert" oder "waren nicht unbedeutend" stellen eine Abwertung der gewürdigten Leistung dar.
  • Nullstellentechnik: Wörter wie “jederzeit“, „sehr", "außerordentlich", "immer" oder "stets" füllen die sogenannten Nullstellen eines Zeugnisses. Wenn diese an bestimmten Stellen nicht genannt werden, sinkt das Niveau des Zeugnisses. Achten Sie daher darauf, dass positiv-wertende Beschreibungen an den entscheidenden Stellen stehen („sehr gutes Fachwissen“ statt „Fachwissen“, „jederzeit positive Arbeitsergebnisse“ statt „positive Arbeitsergebnisse etc.).
  • Weglassen wichtiger Aussagen: Wenn bedeutsame Tätigkeiten fehlen oder relevante Aussagen zum Leistungs- oder Führungsverhalten weggelassen werden, ist dies negativ zu werten.
  • Selbstverständliches wird betont: Werden beispielsweise die hervorragenden Fähigkeiten in den Grundrechenarbeiten bei einem Mitarbeiter im Finance & Controlling betont, stellt dies eine klare Abwertung dar.
  • Superlative: Wenn ein Zeugnis „außergewöhnlich hervorragend“ formuliert ist und über den Klee hinweg lobt, wird der Leser vermuten, dass Sie es sich selbst geschrieben haben.
  • Tabuthemen: Aussagen zu u. a. folgenden Themen dürfen im Zeugnis nicht getroffen werden: Gehalt, Krankheiten oder Fehlzeiten, Vorstrafen, Abmahnungen, Leistungsabfall, Alkohol- oder Drogensicht, Behinderungen, Betriebsratstätigkeit bzw. Gewerkschaftsengagement, Engagement für Parteien oder Religion, Nebentätigkeiten.

  • Ist das Zeugnis auf Firmenpapier geschrieben, enthält es die relevanten Firmenkontaktdaten?
  • Ist das Zeugnis korrekt geschrieben (keine Rechtschreib- oder Grammatikfehler)? Enthält es keine Fragezeichen, Ausrufezeichen oder Korrekturen?
  • Ist es von einem bzw. mehreren Vorgesetzten unterschrieben?
  • Ist Ihr Zeugnis angemessen lang? Ein qualifizierter Controller, der vier Jahre in einer Firma war, sollte ein Zeugnis von ca. zwei Seiten erhalten; ist es nur knapp eine Seite lang, deutet dies auf mangelnde Wertschätzung seitens des Unternehmens hin; ist es hingegen drei Seiten lang, wird vom Leser vermutet, dass sich der Mitarbeiter das Zeugnis selbst geschrieben hat.
  • Sind alle wesentlichen Aufgabenfelder und für Ihre Position wichtigen Fähigkeiten angemessen genannt/gewürdigt, sind Nebensächlichkeiten nicht übermäßig betont?
  • Sind Ihre Tätigkeiten für einen Dritten verständlich formuliert?
  • Stehen die wichtigsten Aufgaben an erster Stelle? Sind besondere Projekte oder Tätigkeiten herausgestellt?
  • Wurden relevante Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen erwähnt?
  • Ist es für den Leser erkennbar, dass Sie von Ihren Vorgesetzten, Kollegen und Geschäftspartnern geschätzt wurden? Werden alle entsprechenden Personengruppen in der richtigen Reihenfolge aufgeführt?
  • Wie werden Ihre Arbeitsweise, Ihre Initiative, Ihre herausragenden Fähigkeiten oder besonderen Erfolge gewürdigt?
  • Wie sieht Ihre Gesamtbeurteilung aus – stets zur vollsten Zufriedenheit, etc.?
  • Führungskräfte: Welche Aussagen werden über Ihre Leistungs- und Führungskompetenzen getroffen, über Ihre Fähigkeit zu delegieren und zu motivieren?
  • Schlusssatz: Falls Sie selbst gekündigt haben – ist es vermerkt, dass Sie auf eigenen Wunsch ausscheiden? Bedankt sich das Unternehmen für Ihre Arbeit, wie sehen die Wünsche für die Zukunft aus?
  • Wie ist das Zeugnis in der Gesamtheit, erkennt man, dass es eine schlüssige Einheit darstellt, ist es wohlwollend und vielleicht sogar in einem persönlichen Stil verfasst?

Wie verhalte ich mich bei einer Kündigung, worauf sollte ich achten?

Der ideale Fall für eine Trennung ist, wenn Sie auf eigenen Wunsch gehen, da Sie sich beruflich weiterentwickeln. Doch wie sieht es aus, wenn Ihnen firmenseitig gekündigt wird? Eine Kündigung löst bei den Betroffenen meist immer eine persönliche Krise aus; Zorn, Selbstzweifel oder Depressionen sind hier oftmals die Folge. Wer sich jetzt krank meldet oder sofort auf stur stellt, hat meist die schlechteren Karten. Doch wie meistern Sie diese schwierige Phase erfolgreich?

In Deutschland ist der gesetzliche Kündigungsschutz sehr ausgeprägt: Nach Zugang der Kündigung können Sie innerhalb von drei Wochen eine Kündigungsschutzklage beim zuständigen Arbeitsgericht einreichen, die im Rahmen eines Prozesses prüft, ob die Kündigung sozial gerechtfertigt war. Zur Prüfung gehört, ob dringende betriebliche oder personen- oder verhaltensbezogene Gründe gegen eine Weiterbeschäftigung sprechen oder ob der Gekündigte im Unternehmen sinnvoll weiterbeschäftigt werden könnte. Werden keine triftigen Gründe gefunden, gilt die Kündigung als unwirksam und das Arbeitsverhältnis besteht unverändert fort. Kann dem Arbeitnehmer eine Weiterbeschäftigung nicht zugemutet werden, besteht eventuell ein Anspruch auf Abfindung. Besonderen Kündigungsschutz genießen dabei zum Beispiel Schwangere oder Betriebsratszugehörige.

In einem sogenannten Aufhebungsvertrag (auch „Auflösungsvereinbarung“) vereinbaren Arbeitgeber und Arbeitnehmer, dass das Arbeitsverhältnis zu einem bestimmten Zeitpunkt enden soll. Ein Aufhebungsvertrag ist dabei nur wirksam, wenn beide Parteien zustimmen (im Gegensatz zur Kündigung, die auch wirkt, wenn diese einseitig erklärt wird).

Ein Aufhebungsvertrag wird häufig vom Arbeitgeber initiiert, wenn dieser eine betriebs- oder verhaltensbedingte Kündigung und deren Konsequenzen scheut. Bei einem Aufhebungsvertrag hingegen müssen die Bestimmungen des Kündigungsschutzes nicht beachtet werden. Als „Entschädigung“ wird dem Arbeitnehmer häufig ein finanzieller Anreiz in Form einer Abfindung angeboten.

Was muss bei einem Aufhebungsvertrag beachtet werden?

Bei der Schließung eines Aufhebungsvertrages sind dabei bestimmte gesetzliche Anforderungen zu erfüllen. So bedarf es für eine Wirksamkeit der schriftlichen Form; ferner muss der Arbeitgeber den Arbeitnehmer darauf hinweisen, dass bei Abschluss eines Aufhebungsvertrages ggf. eine Sperrfrist für den Bezug von Arbeitslosengeld besteht (erkundigen Sie sich für Ihren speziellen Fall bei der Bundesagentur für Arbeit, wie es um die Zahlung Ihres Arbeitslosengeldes steht!).

Um späteren Streitigkeiten vorzubeugen, sollten Sie weitergehende Vereinbarungen im Vertrag schriftlich fixieren (beispielsweise die Höhe und Fälligkeit der Abfindung und weiterer ausstehender Zahlungen; die Absprachen hinsichtlich des Resturlaubes; Verpflichtung zur Erstellung eines wohlwollenden, qualifizierten Arbeitszeugnisses).

Ein wichtiger Hinweis: Da diese komplexe Thematik weitreichende sozialrechtliche und steuerrechtliche Konsequenzen für Sie haben kann, ist es wichtig, dass Sie sich vor Abschluss professionelle Unterstützung holen und sich durch einen Fachanwalt für Arbeitsrecht beraten lassen. Lassen Sie sich durch Ihren Arbeitgeber nicht unter Druck setzen, nehmen Sie sich Zeit, um in Ruhe zu entscheiden.

Für Mitarbeiter, die gekündigt wurden bzw. die kurz vor einer Entlassung stehen ist es häufig schwierig, aus Eigeninitiative in den nächsten Job zu wechseln. Als Unterstützung haben sich dafür sogenannte „Outplacement-Beratungen“ etabliert, die ein individuelles Coaching und qualifizierte Vermittlung bieten.

Was verbirgt sich hinter Outplacement?

  • Sinn des Outplacements ist, die betroffenen Kandidaten bei ihrer Stellensuche zu unterstützen. Dafür erfolgt zunächst eine Standortbestimmung: Welche Qualifikationen und Erfahrungen sind vorhanden, wie ist der „Marktwert“, wie wird die Bewerbungsstrategie aussehen?
  • Outplacement-Beratungen werden häufig von Unternehmensseite initiiert und finanziert, wenn diese Mitarbeiter entlassen. So zeigt das Unternehmen den verbleibenden Mitarbeitern „wir sind ein faires Unternehmen“. Einzel-Outplacements, bei denen ein Kandidat individuell gecoacht und vermittelt wird, sind dabei die Regel; es gibt jedoch auch Gruppen-Outplacements, wenn zum Beispiel viele Mitarbeiter mit der gleichen/ähnlichen Qualifikation entlassen werden.
  • Zunehmend werden Outplacement-Beratungen auch „prophylaktisch“ von den Kandidaten selbst initiiert, zum Beispiel wenn diese sich noch in ungekündigter Stellung befinden, aber eine Entlassungswelle droht oder wenn sie Ziel von Mobbing sind.

Exkurs: Teilzeit arbeiten im Finanz- und Rechnungswesen und Controlling

Für viele Frauen mit Kindern unumgänglich, aber auch andere familiäre oder persönliche Gründe machen es oftmals nötig, dass die eigene Arbeitskraft nur zum Teil in den Job eingebracht werden kann. Doch wie verträgt sich dies mit der eigenen Karriereplanung? Finde ich überhaupt noch einen Job nach der Familienauszeit? Wie kann ich den Arbeitgeber überzeugen, dass ich auch in Teilzeit meinen Beitrag erfolgreich leiste?

Auch in Zeiten der hochgepriesenen „Worklife-Balance“ ist Arbeit in Teilzeit in der Praxis nicht immer und auch nicht einfach umzusetzen. Anbei unsere Tipps wie Sie auch in Teilzeit Arbeit finden bzw. behalten:

  • Einen qualifizierten Teilzeitjob in der Buchhaltung zu finden ist wesentlich einfacher als im Controlling – hier arbeiten Sie oftmals unabhängig von anderen und können so Ihre Arbeitszeit mehr nach Ihren Wünschen gestalten. Eine Umschulung in Richtung Buchhaltung kann Ihre Chancen erhöhen.
  • Eine gute Weiterbildung ist vorteilhaft – falls möglich, beispielsweise parallel zur Elternzeit. So bleiben Sie up-to-date und können fachlich nahtlos loslegen.
  • Fragen Sie den Arbeitgeber, welches Modell für ihn am günstigsten ist – versuchen Sie sich so flexibel wie möglich zu zeigen!
  • Wenn Sie zum Beispiel drei volle Tage arbeiten können, statt an vier oder fünf Tagen nur einige Stunden, steigert dies Ihre Aussichten immens. So können Sie als „vollwertige“ Kraft an Ihren Arbeitstagen besser eingeplant werden.
  • Positiv ist auch, wenn Sie direkt mit einem Lösungsvorschlag kommen – beispielsweise mit einer weiteren Person, die mit Ihnen Jobsharing macht. Dies ist sogar gelegentlich in Führungspositionen möglich.

Hinweis: Wechseln Sie nicht sofort Ihren Arbeitgeber, sondern versuchen Sie möglichst alle internen Chancen auszuloten – oder starten Sie bei einem neuen Unternehmen in Vollzeit und wechseln dann in Teilzeit. Wenn man bereits Ihre Arbeitskraft schätzt, lassen sich manche Wünsche besser realisieren.

Ferner: Größere Unternehmen bieten meist mehr Möglichkeiten als kleinere Firmen. Dies sollten Sie bei Ihrer Wahl des Arbeitgebers berücksichtigen, wenn Sie die Familienplanung bereits im Hinterkopf haben

Tipp: Bei Treuenfels suchen wir auch für Firmen Mitarbeiter, die in Teilzeit arbeiten - gern erörtern wir mit Ihnen Ihre Möglichkeiten!


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